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DOKU: US-Cops – Die amerikanische Polizei aus einem anderen Blickwinkel

US-Cops
© Benjamin Rambaum
   Lesedauer: 12 Minuten

US-Cops“ räumt auf: in Filmen, Serien, Dokumentationen oder in einfachen Videos. Egal wo, die Darstellung der amerikanischen Polizei ist fast immer die gleiche. Action, eine oftmals gnadenlose bis hin zu brutaler Vorgehensweise den mutmaßlichen Tätern gegenüber und oft ein verbitterter Gesichtsausdruck. Gerade durch die Medien wird eben dieses Bild gepusht und verbreitet, sodass dem normalen Zuschauer fast schon nichts anderes übrig bleibt, als diese Darstellung zu glauben.

Doch wie so oft, wird auch dieses vermeintlich wahre Bild nicht hinterfragt, sondern hingenommen und oft noch weiter befeuert. Doch wie so oft hat auch diese Medaille zwei Seiten. Ganz selten, im Vergleich zu der negativen Berichterstattung der Mainstreammedien, wird einmal die andere Seite und der tatsächliche „Alltag“ der amerikanischen Polizei begleitet und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

„US-Cops“ – Eine Dokumentation

Durch reinen Zufall sind wir auch eine Truppe junger Männer gestoßen, die eben genau dieses Bild der amerikanischen Polizei von der besagten anderen Seite der Medaille beleuchten wollten. Mit dem Ziel den Alltag der Polizisten so darzustellen, wie er tatsächlich ist, fernab der „normalen“ Berichterstattung. Und nett wie sie sind, haben sie uns, in Bezug auf die Dreharbeiten und das Projekt im Allgemeinen, ein paar Fragen beantwortet.

Auf die Idee, US-amerikanische Polizisten bei der Arbeit zu begleiten und daraus die Dokumentation „US-Cops“ zu erschaffen, beruht auch, oder vor allem, auf der sehr einseitigen Berichterstattung und dem Wunsch, die Polizisten in ein anderes, besseres Licht zu rücken. Auch, dass nach Einsätzen mit tödlichem Ausgang der Rassismusvorwurf direkt auf die gesamten Polizisten bezogen wird, war ein Ansporn, um „US-Cops“ zu realisieren.

Um das Ziel zu erreichen, haben sie einzelne Polizisten begleitet und am Ende wird die Dokumentation in der „First-Person-Perspektive“ zu sehen sein, alles ohne Voice-over, um ein möglichst realitätsnahes Bild für den Zuschauer zu kreieren. Es soll die harte Arbeit der einzelnen Polizisten, aber auch der Polizei an sich im Fokus stehen. Neben all diesen Dingen geht es auch um die Ausbildung der Polizisten in Amerika, wie es dazu kommen kann, dass Polizisten in Einsätzen ganze Magazine leer schießen und wie genau solche Entscheidungen letztendlich von jedem Polizisten individuell getroffen werden müssen.

Die Unterschiede des amerikanischen Alltags zu Hollywood und Deutschland

Wir wollten natürlich auch wissen, ob man die tatsächliche Arbeit der amerikanischen Polizei mit der, wie wir sie aus Filmen und Serien kennen vergleichbar ist und ob ein solcher Vergleich überhaupt möglich ist. Im gleichen Atemzug aber auch, wie es im Vergleich mit der deutschen Polizei aussieht. In Bezug auf den Vergleich mit den Hollywoodfilmen ist der Alltag der Polizisten nicht so actionreich, im Vergleich zu Deutschland ist es das Gegenteil. In „US-Cops“ werden Gemeinsamkeiten, aber auch vor allem Unterschiede der verschiedenen Polizeibehörden deutlich.

Zwar sind die Taten und Notrufe, bei denen die amerikanischen Polizisten gerufen werden, sehr ähnlich wie die hier in Deutschland. Aber in den USA herrscht eine ganz andere Gesetzgebung als hier, es gibt ganz andere Handlungsanweisungen für die verschiedenen Situationen und auch die Gewaltbereitschaft der amerikanischen Bevölkerung ist statistisch gesehen wesentlich höher.

Die Aufarbeitung von polizeilichen Fehlern

Gerade mit Blick auf die Vorfälle der letzten Jahre (nur als Beispiel den Tod von George Floyd) und der Berichterstattung der Medien über das, was „schiefläuft“ haben wir uns gefragt, ob sich dadurch die Arbeit der Polizisten, soweit man das während der Dreharbeiten für „US-Cops“ mitbekommen konnte, im Allgemeinen verändert und ob, und vor allem wie, sowas auch polizeiintern aufgearbeitet wird. Bei dem Polizeidepartement, das das Team begleiten durfte, gab es eine Beschwerdestelle für genau solche Fälle.

Bei der amerikanischen Polizei wird alles strengstens protokolliert, sodass ein Fehlverhalten der Beamten schnell aufgedeckt und geklärt werden kann. Auch kommen bei jedem Einsatz Dash- und Bodycams zum Einsatz, deren Aufzeichnungen dann in einer Cloud hochgeladen werden und für interne Ermittlungsbehörden jederzeit einsehbar sind.

Auch hier ist die Gesetzeslage im Vergleich zu Deutschland wieder ganz anders. Während es hier sehr schwierig ist an polizeiliche Aufzeichnungen, egal ob in Ton- oder Bildmaterial, heranzukommen, ist das Medienrecht in den USA wesentlich weiter gefasst, sodass dort auch Medien jederzeit die Aufzeichnungen anfordern kann. Aber auch das Training der Polizisten wird durch extreme Situationen (auch hier das Beispiel George Floyd) angepasst und verändert, damit solche Fälle in Zukunft nicht mehr vorkommen. Eine weitere amerikanische Besonderheit sind die Teaser. Diese speichern die Daten der Nutzung, wie oft wurde er betätigt und aus welcher Entfernung u.a. Dadurch kann auch hier die Nutzung kontrolliert, gespeichert und später ausgewertet werden.

Aus Sicht des Teams von „US-Cops“ – Die positiven Merkmale der Polizei

Durch die enge Begleitung der Polizeibeamten vor Ort konnte das Team hinter „US-Cops“ den Alltag natürlich hautnah miterleben und so ein etwas anderes Bild der Behörde zeichnen. Während wir hier, durch einseitige Berichterstattung und ähnliches, vor allem das mitbekommen, was bei der amerikanischen Polizei schiefläuft, wollten wir natürlich wissen, was für besonders positive Merkmale während der Begleitung aufgefallen sind. Schnell wurde während des Gesprächs klar, dass die Antwort auf diese Frage nicht so leicht zu beantworten war, da dieser Aspekt nicht im Mittelpunkt des Projekts stand. Vielmehr geht es um einen möglichst neutralen Blickwinkel auf die Arbeit der Polizisten.

Was dem Team auch im Nachhinein in Erinnerung geblieben ist, ist das Fingerspitzengefühl der einzelnen Beamten in den Situationen und die schnelle Reaktion auf sich rasant ändernde Geschehnisse, sowie die stets präsente Arbeitsmoral der Beamten. Die Polizisten haben auch in Amerika keinen leichten Job, trotzdem versuchen sie in jeden Fall mit der gleichen Grundeinstellung hineinzugehen, trotz der Umstände der Unterbesetzung und der Einzelstreifen.

Auch ist dem Team aufgefallen, dass (und das wird hier ähnlich sein) unter den Beamten stets ein kollegiales Miteinander herrscht. Im Unterschied zu Deutschland aber, so das Bild des Teams, ist die Polizei in den USA in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Als Beispiel nennt unser Interviewpartner hier, dass es unüblich ist, wenn ein Polizist in der Pause in einem Restaurant sein Essen selbst bezahlen muss, oft würden das anwesende Bürger freiwillig übernehmen.

Die Zeit mit den US-amerikanischen Polizisten

Auf die Frage, wie sie die Zeit und die Arbeit mit den Polizisten während der Dreharbeiten so erlebt haben, bekamen wir die Antwort „sehr spaßig und locker.“ Bevor gedreht werden durfte, wurde der entsprechende und notwendige Kontakt aufgebaut. In dem Departement sei man stets nett begrüßt worden und dann relativ schnell dem Dienstwagen des „jüngsten“ Beamten zugeordnet worden. Der Beamte selbst, bei dem das Team mitfahren durfte, war selbst erst knapp ein Jahr in dem Departement tätig, dem Team gegenüber sehr offen und motiviert. Die anfängliche Vorsicht dem deutschen Kamerateam gegenüber legte auch er schnell ab.

Für „US-Cops“ hat das Team auch den bekannten „Germinator“ angefragt, er lehnte anfangs jedoch ab. Durch Zufall, wie wir im Interview erfuhren, traf man ihn dann an während der Tour und er erklärte sich spontan bereit, die Arbeit der Polizei etwas genauer zu erläutern.

Das Projekt im Allgemeinen

Neben all den Fragen zu spezifischen Teilen des Projekts war auch dieses als Solches ein Teil des Gesprächs. Was für Vorschriften, wie das Tragen einer schusssicheren Weste, gab es vonseiten des Departements, was durfte überhaupt gefilmt werden und was musste im Allgemeinen während des Drehs alles so beachtet werden.

So war die einzige Vorgabe vonseiten des Departements, dass der notwendige Papierkram, wie ein Haftungsausschluss, ausgefüllt und unterschrieben wurde. Der Haftungsausschluss besagt hier in dem Fall, dass das Departement für eventuelle Schädigungen des Equipments oder Personenschäden nicht haftet. Schusssichere Westen hingegen waren freiwillig und wurden vom Departement nicht zur Verfügung gestellt. Da man in Deutschland schusssichere Westen nur mit einem gültigen Presseausweis erwerben kann, mussten die vor Ort dann noch käuflich erworben werden. Was neben der Vorgabe des Papierkrams natürlich auch zu beachten galt, waren die Anweisungen des jeweiligen Beamten, mit denen das Team von „US-Cops“ im Dienstwagen unterwegs war.

In Bezug auf die Frage, ob es Situationen gab, in denen dem Team das Filmen untersagt wurde, erfuhren wir, dass dies (ähnlich wie hier in Deutschland) in erster Linie derjenige entscheidet, der gefilmt wird. In der Öffentlichkeit darf in den USA grundsätzlich erstmal alles gefilmt werden, in privaten Häusern mit Erlaubnis desjenigen, der das Hausrecht ausübt. In Supermärkten, Geschäften oder ähnlichem ist das Filmen grundsätzlich schwierig, weshalb man in „US-Cops“ in solchen Szenen nur den entsprechenden Ton zu hören bekommt.

Auch ist es in Amerika grundsätzlich nicht verboten, Rettungsmaßnahmen (wie die Reanimation eines Opfers) zu filmen, in einer solchen Situation entschied sich das Team bewusst dazu, nicht zu filmen aus Respekt dem Opfer gegenüber. Aber: Es wäre grundsätzlich möglich gewesen.

Trailer zur ersten Staffel und weitere Projekte

Auf YouTube ist der Trailer zur ersten Staffel von „US-Cops“ schon länger zu sehen. Nach aktuellem Stand kommen hier die ersten Folgen um den 23.10.2022 raus. Eine zweite Staffel steht auch bereits fest. Während die erste Staffel die Bodeneinheit der Polizeibehörden begleitet, bekam das Team für die zweite Staffel die Zusage für die Bodeneinheit sowie die Flugstaffel der Polizei in Alabama. Diese Staffel soll dann in zwei Teile aufgespalten werden, einen Teil in der Hubschrauberstaffel und ein Teil in der Bodeneinheit von Oxford.

Laut Aussagen unseres Interviewpartners soll die zweite Staffel die erste noch toppen, bedarf aber um einiges mehr Aufwand und Planung. Das Team wird vergrößert und es muss unterkunftstechnisch umdisponiert werden in ein Wohnmobil, um flexibler zu sein, da ein Drehtag circa 15-16 Stunden andauert. Insgesamt sei ein einmonatiger Aufenthalt in den Staaten für den Dreh der zweiten Staffel geplant.

Auch gibt es neben „US-Cops“ noch die Idee eine ähnliche Dokumentation mit einem Firedepartement als „US-Fire“ zu drehen, als eine Art Pendant zum aktuellen Projekt. Die Idee steht allerdings noch in Babyschuhen und existiert aktuell noch nur in den Köpfen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auch ein Projekt gemeinsam mit dem „Germinator“ schwebt als Idee in den Köpfen, ist aber aktuell (noch) nicht in Planung.

1 Comment

1 Comment

  1. Linda W.

    14. September 2022 at 00:10

    Steht schon ein genaues Datum der Veröffentlichungen fest?

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