Superhelden – Erfolg durch Misserfolg

Lesedauer: 3 MINUTEN Superhelden – Nur durch den Misserfolg zweier Menschen gelang der Durchbruch. Seit 1938 treten diese fiktiven Figuren auf und feiern ihre Erfolg. Stets einer gewissen Beliebtheit in der Bevölkerung mit sich führend, durchliefen unsere Superhelden viele Etappen der Geschichte.

Superhelden, wie Superman oder Batman, kennen und lieben wir alle. Doch wer hätte wissen können, dass es all das beinahe wohl nie gegeben hätte? Das es hätte kommen können, dass wir nun in einer Welt ohne diese Helden leben müssten? Das ist für viele nicht wirklich vorstellbar. Aber dazu später mehr!

Die Definition eines “Superhelden”

Ein Superheld ist eine fiktive Figur mit meist übermenschlichen Fähigkeiten und/oder Hightech-Ausrüstung. Er beschützt die Menschheit und bekämpft mit seinen typischen Charaktereigenschaften das Böse der Welt. Diese Charaktereigenschaften sind typischerweise Mut, Selbstlosigkeit und Loyalität zu seiner Stadt oder seinem Land. Üblicherweise halten die uns bekannten Superhelden ihre wahre Identität verborgen, sie kostümieren sich und treten unter einem Pseudonym in Erscheinung.

Die Geschichte der Superhelden

Vorläufer moderner Superhelden lassen sich bereits in der alten Literatur undMythologie finden, so gab es bereits in der Antike Sagen über übermenschliche Helden, wie Herakles oder Achilles. Auch in der Mythologie finden sich Figuren, die als Vorläufer moderner Superhelden gelten könnten, unter anderem Väinämöinen. Ein Beispiel der direkten Übernahme eines mythischen Helden ist die Comicreihe “Thor”.

Konkrete Vorläufer, die man als solche direkt bestimmen kann, lassen sich im 18. Jahrhundert finden: Sherlock Holmes und Allan Quaterman stechen als literarische Figuren mit besonderen Fähigkeiten hervor. Doch auch Robin Hood oder Tarzan hatten direkten Einfluss auf die Entwicklung späterer Superhelden.

Die Geschichte unserer klassischen Helden lässt sich in vier Abschnitte einteilen. 

1. Die Frühzeit der Superheldencomics, auch “Goldenes Zeitalter” bekannt

1938 erschien erstmals die Geschichte von Superman. Diese ist jedoch nur veröffentlicht worden, weil einem Magazin noch Seiten fehlten, die gefüllt werden mussten. Davor bekamen die Schöpfer des Ur-Superhelden Jerry Siegel und Joe Shuster von jedem Verlag Absagen, da keiner an einer Superheldengeschichte interessiert war. Der Erfolg des Comics war lediglich ein Zufall, mit dem niemand gerechnet hat! Hätte dieses Magazin den damaligen Actioncomic nun nicht aus Verzweiflung veröffentlicht, hätten wir heute eventuell nicht einen Superhelden! Auch wenn es vor Superman schon ähnliche Geschichten gab, gilt er allgemein als der erste Superheld. Durch die überaus positive Reaktion auf den Comic, beschloss DC in den folgenden Monaten Hawkman, The Flash, Green Lantern, Batman und etwas später Robin, sowie WonderWoman (die erste Superheldin) ihren Auftritt haben zu lassen.

Das Goldene Zeitalter ist vor allem die Zeit, in der die ersten Superhelden entstehen und immer mehr Verlage eigene Superhelden kreieren und vermarkten. Superhelden dieser Zeit waren typischerweise weiße, junge Männer der Mittel- und Oberschicht.

Nach dem zweiten Weltkrieg jedoch, waren die Helden fast völlig von der Bildfläche verschwunden, erst in den späten 1950er-Jahren lebten sie wieder auf.

2. Wiederaufleben der Superhelden: “Das silberne Zeitalter”

Das Wiederaufleben bekannter Superhelden begann 1956, als DC eine neue Version von “The Flash” veröffentlichte. Durch dessen Erfolg begann man auch die anderen bekannten Helden wieder zu verlegen und ihnen neue Geschichten und Gesichter zu geben. Nun ging es wirklich darum, die vorhandenen Helden neu zu inszenieren. In diesem Zeitalter entwickelten DC und Marvel die ersten Teamserien “The Justice League of America” und “Fantastic Four”. Superhelden etablieren sich, weichen von alten Mustern ab (die ersten nicht-weißen Superhelden erscheinen) und die Emanzipation der Frau spielt gesellschaftlich eine große Rolle, weswegen auch in der Comicwelt immer mehr starke weibliche Heldinnen auftauchen.

3. Das Aufkommen düsterer Themen: “Das bronzene Zeitalter”

In dieser Zeit werden erfolgreiche Antihelden geschaffen, wie der Punisher oder Wolverine. Diese Figuren sind geplagt von Zweifeln und von düsterer Vergangenheit traumatisiert. Zudem entwirft DC das DC-Multiversum, um bestehende Widersprüche ihrer Helden auszulöschen. In den 1990er-Jahren jedoch gab es eine erneute Gegenströmung, mit dem Ziel, die klassischen Superhelden wieder aufleben zu lassen. 

Seitdem bestimmen vor allem Sammelwerke den Wert von Comics. Zudem wurden kaum noch neue Superhelden erschaffen, die Produzenten fokussieren sich vor allem auf die alten, inszenieren sie neu und überarbeiten sie und ihre Geschichten.

Die Verkaufszahlen von Comics waren in den 1990er-Jahren höher als je zuvor, doch das Fernsehen macht ihnen starke Konkurrenz. Das Medium Film wird im modernen Zeitalter  immer wichtiger. Durch die neuen Technologien können die Superhelden nun endlich realistisch und glaubhaft dargestellt werden, sodass Hollywood da Potenzial des Superhelden-Genres entdeckt. Seit dem Ende der 1990er-Jahre eine Vielzahl von Superheldenfilmen produziert, die weltweiten Erfolg haben.

Nun, den Erfolg der Superhelden haben wir einem glücklichen Zufall zu verdanken. Bis 1938 sahen Verlage die Geschichten von Figuren mit übermenschlichen Fähigkeiten für ein Genre, das in der Gesellschaft keinen Erfolg und Gewinn bringen würde. Doch die Schöpfer von Superman gaben nicht auf und trafen schließlich auf ein Magazin, dass verzweifelt nach Füllmaterial für die nächste Ausgabe gesucht haben. Sie werden es wohl nicht bereut haben.