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Filterblase – Die personalisierte Welt im Netz

Manipulation oder Bereicherung? Sinnvoll oder gefährlich? Die Filterblase, in der jeder Mensch sich online bewegt, wird immer prägender und extremer.

   Lesedauer: 4 Minuten

Wenn wir im Netz unterwegs sind, sei es bei Google oder in den sozialen Netzwerken, dann sehen wir nur einen winzigen Teil der Beitrage und Inhalte, die tatsächlich existieren. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Anzeigen der Suchmaschinen und Netzwerke beschränkt sind, oder für uns nur ein Teil allgemein verfügbar ist.

Das wir nur einen Bruchteil der Materie sehen können, liegt an der sogenannten “Filterblase”. Jeder Mensch, der  irgendwann und irgendwie im Internet unterwegs war, hat seine eigene und ganz persönliche Filterblase, die festlegt, was wir zu sehen bekommen.

Doch, was ist eigentlich eine “Filterblase”? Als “Filterblase” bezeichnet man die eingeschränkte Welt, der wir im Netz begegnen, voll mit vorgefertigten Inhalten und individuell vorgefertigte Suchergebnisse durch Algorithmen. Das persönliche Verhalten im Internet, egal wo, wird analysiert und gefiltert, so können uns optimierte Angebote und Ergebnisse unterbreitet und vorgeschlagen werden.

Das Internet ist riesig und all die veröffentlichten Beiträge zu koordinieren, fast unmöglich. Die Koordination ist Aufgabe der Suchmaschinen, sie sollen für jeden einzelnen die richtigen Inhalte auswählen. Eine Aufgabe, die ohne Filterung und Algorithmen nicht mehr möglich wäre! Bis vor wenigen Jahren genügten dafür Algorithmen, die Relevanz und Qualität des Contents auswählten, dann kamen jedoch personalisierte Suchfaktoren dazu, die weitere Filter nötig machten. Zu diesen Faktoren zählen der Standort, das Suchverhalten, die Stichwortsuche, das Verhalten in sozialen Netzwerken, Verbindungen etc.

Wenn ihr jetzt denkt, dass lediglich das persönliche Interesse unsere Filterblase beeinflusst, liegt ihr falsch. Bei Facebook, als Beispiel, beeinflusst zusätzlich das kommerzielle Interesse des Netzwerkes die Filterblase der Nutzer. Aufgrund dessen wird Facebook von vielen Seiten vorgeworfen, seine Nutzer durch die Filterblase zu manipulieren. Diese Vorwürfe weist das Netzwerk vehement zurück und lässt sogar eine Studie durchführen, die diese widerlegen soll.

Personalisierte Werbung ist unser ständiger Begleiter in der “Filterblasen-Web-Welt”.

Während die meisten User, auf der einen Seite, so wenig persönliche Daten preisgeben wollen, wie möglich, werden wir auf der anderen Seite durch den Content-Reichtum immer anspruchsvoller, wenn es um die Inhalte geht, die wir uns genauer anschauen wollen. Dadurch basteln wir uns neben der Algorithmen-Blase noch eine eigene Filterblase, sodass konträre Meinungen und Inhalte kaum noch eine Chance haben, uns zu erreichen. 

Die Konsequenz daraus: Unser Blickfeld wird enorm verengt!

Durch fremdgesteuerte Inhalte können unsere Informationen manipuliert werden, dadurch ist es leichter auch unsere Meinung zu manipulieren! Doch nicht nur dadurch können wir manipuliert werden, denn auch unser eigenes Gehirn will uns immer wieder manipulieren. Aus folgendem Grund: Die eigene Meinung immer wieder bestätigt zu wissen und fremde Meinungen auszublenden, oder sogar zu verurteilen, tut unserem Ego kurzfristig sehr gut und hat eine ähnliche Wirkung, wie Drogen.

Die selbst erstellte Filterblase bestärkt das Gefühl einer ständigen anonymen Verfolgung, sie macht misstrauisch und verzagt. Gleichzeitig steigt das Anspruchsdenken, wie bereits erwähnt, im Bezug auf vor gefilterte Inhalte. Ein Beispiel: User sind entrüstet, wenn Google ihnen unter dem Suchbegriff “Pizzeria” Geschäfte in anderen Bundesländern anzeigt, oder Amazon einem Produkte anbietet, die nicht im eigenen Interesse sind.

Dabei gibt es die Filterblase nicht erst, seitdem es das Internet gibt, sondern schon viel länger. Man kann sagen, dass der Mensch schon immer durch Inhalte und Nachrichten manipuliert wurde, ebenso wie durch die elterliche Erziehung. So ist zum Beispiel der “Volksempfänger” eine Grundlage für den enormen Erfolg der Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren.

Ein Leben ohne Filterblase ist nicht mehr möglich, dafür gibt es viel zu viele Beiträge und Inhalte. Ohne diese Filterung könnten Suchmaschinen die Aufgabe nicht mehr stemmen. Auf der einen Seite ist die Filterblase also ideal und sinnvoll. Auf der anderen Seite ist sie jedoch riskant und gewässerweise gefährlich, durch den Ausschluss konträrer Inhalte! Jeder ist zu einem großen Teil verantwortlich für seine Filterblase, es hilft der persönlichen Meinungsbildung enorm sich auch außerhalb des Internets mit anderen auszutauschen, möglichst mit konträren Meinungen, um diese Filterblase zu durchbrechen!

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