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“Betonrausch”: Viel Geld, wenig Moral!?

Lesedauer: 2 MINUTEN Seit fast zwei Monaten ist “Betonrausch” auf Netflix verfügbar. Aus Rezensionen geht hervor, dass es vor allem um Geld geht, die Moral jedoch zurückbleibt.

Seit dem 17. April 2020 kann man den deutschen Film “Betonrausch” weltweit auf Netflix schauen.

Die erste Szene beginnt mit Alkohol, Drogen und blanken Brüsten in Berlin. In der Szene geht es um den Hochstapler Viktor Steiner (David Kross). Er erwacht am Morgen danach mit einem Kater, kurz darauf stürmt die Polizei seine Villa. Die Vorwürfe: Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Der moralische Abstieg

In den folgenden 90 Minuten des Films erfahren die Zuschauer mehr über den moralischen Abstieg des Hochstaplers. Wie er ohne Geld in die Metropole Berlin zieht, auf dem Bau arbeitet und keine Wohnung bekommt. Durch die Fälschung eines Arbeitsvertrages bekommt er den benötigten Zuschlag für eine edle Penthouse-Wohnung. Daraus schließt er, dass sich betrügen finanziell wirklich lohnt.

Das immer lächelnde Einzelkind vom Land lässt die bulgarischen Arbeiter vom Bau bei ihm im Penthouse übernachten, verlangt dafür Miete und verdient so sein Geld. Bei einer ausufernden “WG-Party” der Gastarbeiter lernt Viktor dann den Kleinkriminellen Gerry (Frederick Lau) kennen, welcher ihn mit Partys, Drogen und Kontakten zur Unterwelt versorgt

Die beiden haben dann eine Idee, die ihr Leben verändern wird: Bei Zwangsversteigerungen ergattern sie relativ preiswerte Wohnungen und verkaufen sie völlig überteuert weiter. Die Interessenten besorgen sich den Kredit bei der Bankangestellten Nicole (Janina Uhse), die Teil des Betrüger-Trios ist.

“Alle Menschen haben etwas gemeinsam: Sie sind gierig!”

Viktor Steiner, “Betonrausch”

Auch der charismatische Gauner will immer mehr und wird dabei immer skrupelloser. Als, zum Beispiel, ein Rentner für seine Enkelin eine solcher Wohnungen kaufen möchte, stutzt er und fragt mehrfach nach, ob es sich wirklich um keinen Betrug handeln würde. Stets verneint Viktor Steiner dies und zeigt kein Mitleid. Während sein Kumpel Gerry im echten Leben, abseits der Betrügerei, eine Ehefrau und zwei Kinder hat, stürzt Viktor immer weiter ab. Auch seine neue Liebe, Nicole, ist ihm kein Halt und keine Hilfe.

Im Laufe des Films, den Netflix als “Dramedy” bezeichnet, wird deutlich, warum der junge Hochstapler so auf Geld fixiert ist: Sein Vater ist aufgrund einer Nachzahlung an das Finanzamt pleite gegangen. Daraufhin wurde er, scheinbar aus diesem Grund, von seiner Frau verlassen und Viktor hat dieses Kindheitstrauma nie verkraftet.

Selbst als die Deals des Trios drohen, wie ein Kartenhaus zusammenzufallen, brüstet sich Viktor und schnauzt:

“Verlieren ist keine Option für mich. Nicht gegen das Finanzamt”

Viktor Steiner, “Betonrausch”

Brav, aber unterhaltsam

“Betonrausch” ist äußerst prominent besetzt (In Gastrollen zu sehen: Regisseur Detlev Buck als Bankchef und Sophia Thomalla als Prostituierte) und hat witzige Momente. Ein Beispiel: Gerry droht den Mitarbeitern einer gerade aufgekauften Maklerfirma mit der Entlassung, wenn sie nicht zusammen “O du fröhliche” singen.

Die Storyline und Hauptfigur von Cüneyt Kaya mag viele, die den Film gesehen haben, an den preisgekrönten Hollywood-Film “The Wolf of Wall Street” mit Leonardo DiCaprio, als geldgierigen und größenwahnsinnigen Börsenmakler Jordan Belfort, erinnern. “Betonrausch” ist zwar wesentlich braver, jedoch genauso kurzweilig und unterhaltsam.

Vielleicht wird er ja auch gerade deswegen als der deutsche “Wolf of Wall Street” bezeichnet!


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